Offener Brief an den Sportminister

Offener Brief an den Sportminister

Herrn
Vizekanzler Heinz Christian Strache
Sportsektion des Bundesministeriums für Öffentlichen Dienst und Sport
Haus des Sports
Prinz-Eugen-Straße 12
1040 Wien

 

 

Betrifft: Einladung zum Gespräch

Wien 25.Jänner 2018

Sehr geehrter Herr Vizekanzler,

nachträglich möchte ich Ihnen noch alles Gute für Ihre Arbeit als Sportminister wünschen!

Ihrem Interview im Profil vom 22. 1. 2018 entnehme ich, dass Sie mich gerne einladen würden um mit mir zu sprechen. Für den Fall, dass dieser Wunsch weiter aufrecht ist, wollte ich Ihnen mitteilen, dass ich eine Einladung gerne annehmen würde.

Da Sie im selben Interview anmerken, „dass es im ÖSV keinen einzigen Vorfall gibt, der ein Verfahren nach sich zieht“, würde ich Ihnen selbstverständlich meinen Kenntnisstand dazu mitteilen. Weiters würde ich mich gerne mit Ihnen über dringend notwendige Massnahmen zur Prävention von Machtmissbrauch im Sport austauschen und Ihnen unser Projekt #WeTogether vorstellen

Mit sportlichen Grüßen!

Nicola Werdenigg

5 Kommentare
  1. Preuer Christine
    Preuer Christine says:

    Viel zu spaet, solche Vorwuerfe muessen gleich zur Sprache gebracht werden. Jetzt einen ganzen Friedhof zur Verantwortung bzw. zur Bestrafung heranzuziehen, geht einfach nicht mehr.
    Ich sehe ein, dass sich ein einzelnes Maedchen nicht traut darueber zu sprechen, aber der damalige fast ganze Skizirkus prangert jetzt nach 50 Jahren alle an, die sich nicht mehr verteidigen oder gestehen koennen.
    Ich bin hundertprozentig dafuer solche Sachen an die Oeffentlichkeit zu bringen und zu bestrafen, aber gleich und nicht ein halbes Jahrhundert spaeter.

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    • Nicola Werdenigg
      Nicola Werdenigg says:

      Sehr geehrte Frau Preuer, es waren bislang drei Österreicherinnen und eine Britin, die den Mut gefunden haben, über Vorfälle zu sprechen. Das ist nicht der ganze Skizirkus. Karl Kahr ist noch am Leben, er hat über seinen Anwalt bereits verlauten lassen, dass er rechtliche Schritte einleiten wird. Falls es dazu kommt werden Gerichte die Sache klären.

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    • Krampuz
      Krampuz says:

      Du hättest vor 50 Jahren deine Meinung zu dem Thema genau so schlecht in die Öffentlichkeit bringen können wie betroffene einen Vorfall, alleine schon, weil es das Internet nicht gab und durchaus auch die Politik nachweislich den Finger auf sowas gehalten hat. Du bist als Aktive auch so in einem völlig anderen Umfeld/System, in dem soetwas in den 70ern anders aufgearbeitet wurde, als heute in 2018 in der Öffentlichkeit. Das darf man nie vergessen, dass es auch eine andere Zeit war, eine Zeit in der die sog RapeCulture auch noch recht akzeptanz gefunden hat.

      Antworten
      • Krampuz
        Krampuz says:

        Du musstest ja eher damit rechnen, dass deine Karriere endet und noch andere Unahnehmlichkeiten kommen werden, während du zu der Zeit NICHT davon ausgehen konntest, dass es dir hilft, es Linderung verschaft. Wenn du dann in einer krassen Abhängigkkeit zusätzlich zu den Übertätern bist, dann hast du einfach keine Chance.

        DAS IST DOCH GENAU DAS; WIE DIE RAPECULTURE FUNKTIONIERT HAT BZW WAS SIE ERÖGLICHT HAT?!

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  2. Frau Winter
    Frau Winter says:

    Sehr geehrte Frau Preuer!

    Wie alt sind sie eigentlich?
    Falls Sie jüngeren Alters sind, so sprechen Sie doch bitte mit ihrer Mutter, deren Freundinnen, ihren Tanten, ihren Großmüttern und deren Bekannten… bitte machen sie das!

    FALLS Sie Antworten bekommen, werden Sie staunen, wie das damals so war … wie mit Frauen verfahren wurde, die so etwas zur Sprache brachten. Nicht alle hatten verständnisvolle Eltern. Es gab nicht wenige Frauen die geschlagen wurden für so eine Aussage….. genügend Frauen wurden von ihren Familien verstoßen, weil sie vergewaltigt wurden…. den meisten Frauen wurde sowieso nicht geglaubt …. oder ihnen wurde eingeredet, es sei ihre Schuld… wir finden diese Gedankengänge leider noch immer in unserer Gesellschaft verankert. Doch damals waren die noch flächendeckender und tiefer verwurzelt. Gleichzeitig war Gewalt gegen Frauen ein gesellschaftliches Tabuthema.

    Erst 1978 wurde das 1.Frauenhaus in Österreich eingerichtet.
    Seit 1989 ist die Vergewaltigung in der Ehe eine Straftat.
    Seit 2016 ist sexuelle Belästigung auch in Österreich ein Straftatbestand bei dem Machtgefälle bzw. Abhängigkeitsverhältnisse einseitig sexualisiert und damit aufrechterhalten werden.

    Ich finde ihre Aussagen eigentlich sehr anmaßend. Im Übrigen sind 3 Männer nicht „alle“.

    Ich finde diese Frauen stark, die diese Vorfälle auch nach 50 Jahren noch zur Sprache bringen. Sprache schafft Bewußtsein.

    Ich danke jeder Frau die mit ihrer Aussage dazubeiträgt, das Bewußtsein für die noch immer vorherrschende Gewalt gegen Frauen zu schärfen. Dann kann die Gesellschaft endlich diesen monotheistischen Schei* des Ungleichgewichts der Geschlechter aus den Köpfen kriegen und wir können endlich wieder auf Augenhöhe miteinander leben.
    Den Mißbrauch und die Gewalt gegen Frauen in den letzten 6.500 Jahren sehen wir sinnbildlich in der sekündlichen Ausbeutung und Zerstörung der Natur. Wenn wir so weitermachen, geht uns bald die Luft aus. Uns allen!

    https://www.youtube.com/watch?v=RcDKjS5gIbM

    Ihnen Frau Werdenigg danke ich von ganzen Herzen für diese Initiative und ihren Einsatz!

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