Begriffe zum Thema sexualisierte Gewalt - Glossar von #WeTogether

Begriffe zum Thema sexualisierte Gewalt

Unterschiedliche Begriffe zum Thema sexualisierte Gewalt kommen in Medien und Diskussionen vor, seit das gesellschaftliche Phänomen sexualisierte Gewalt von Betroffenen Frauen öffentlich gemacht wurde. Neben Bezeichnungen wie beispielsweise ’sexueller Missbrauch‘, ’sexualisierte Gewalt‘ oder ’sexuelle Gewalt‘ werden in der Literatur Begriffe wie ‚Inzest‘ oder ‚Seelenmord‘ zur Beschreibung sexualisierter Gewalthandlungen verwendet.

Wir wollen einen Beitrag zur Aufklärung leisten und ein wichtiges Thema besser begreifbar machen.

Glossar

SEXUALITÄT

Sexualität ist untrennbar mit dem Menschsein verbunden.

Sexualität bedeutet sinngemäss Geschlechtlichkeit und bezeichnet im engeren biologischen Sinn die Gegebenheit von verschiedenen Fortpflanzungstypen – Geschlechtern. Im sozio- und verhaltensbiologischen Sinne bezeichnet der Begriff die Formen dezidiert geschlechtlichen Verhaltens zwischen Geschlechtspartnern.

Im weiteren Sinn bezeichnet Sexualität die Gesamtheit der Lebensäußerungen, Verhaltensweisen, Empfindungen und Interaktionen von Lebewesen in Bezug auf ihr Geschlecht.

Zwischenmenschliche Sexualität wird in allen Kulturen auch als ein möglicher Ausdruck der Liebe zwischen zwei Personen verstanden.

SEXISMUS

Sexismus ist ein Machtinstrument

Sexismus, abgeleitet aus dem Englischen „sex“ = biologisches Geschlecht‘ und Nachsilbe -ismus, ist ein Oberbegriff für eine breite Palette von Einzelphänomenen unbewusster oder bewusster Diskriminierung auf der Basis des Geschlechts.

Grundlage von Sexismus sind sozial geteilte, implizite Geschlechtertheorien bzw. Geschlechtsvorurteile, die von einem ungleichen sozialen Status von Frauen und Männern ausgehen und sich in Geschlechterstereotypen, Affekten und Verhaltensweisen zeigen.

SEXUELLE BELÄSTIGUNG

Sexuelle Belästigung ist ein Mittel zur Machtausübung

Seit 2016 ist sexuelle Belästigung auch in Österreich ein Straftatbestand bei dem Machtgefälle bzw. Abhängigkeitsverhältnisse einseitig sexualisiert und damit aufrechterhalten werden.

Inhaltlich handelt es sich bei sexueller Belästigung um konkretes, sexuell bestimmtes Verhalten, das unerwünscht ist und durch das sich eine Person unwohl und in ihrer Würde verletzt fühlt.

Als sexuelle Belästigung gelten unter anderem sexualisierende Bemerkungen und Handlungen, die entwürdigend bzw. beschämend wirken, unerwünschte körperliche Annäherung, Annäherungen in Verbindung mit Versprechen von Belohnungen und/oder Androhung von Repressalien.

SEXUALISIERTE GEWALT & SEXUALISIERTER MACHTMISSBRAUCH

Sexualisierte Gewalt ist sexualisierter Machtmissbrauch

Sexualisierter Machtmissbrauch sind Handlungen mit geschlechtlichem Bezug ohne Einwilligung beziehungsweise Einwilligungsfähigkeit des/der Betroffenen und insbesondere Delikten wie zum Beispiel sexuelle Nötigung, Vergewaltigung und sexueller Missbrauch von Kindern übergeordnet.

Sexualisierte Gewalt wird dabei der physischen Gewalt (zum Beispiel Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen) und der psychischen Gewalt nebengeordnet.

SEXUELLER MISSBRAUCH

Sexueller Missbrauch ist nur ein juristischer Begriff. Er definiert sexuelle Gewalt gegen Wehrlose.

Sexueller Missbrauch bezeichnet sexuelle Handlungen an Minderjährigen oder an erwachsenen, widerstandsunfähigen Personen z. B. Kranke, Behinderte, Hilfsbedürftige, Gefangene.

Im Kontext spezieller Behandlungs- und Betreuungsverhältnisse, z. B. Psychotherapie, werden sexuelle Kontakte auch mit Einverständnis des Klienten als Missbrauch seitens des professionellen Helfers gewertet.

UNTERSCHIEDE SEXUELLER MISSHANDLUNGEN

Sexuelle Misshandlungen werden in „Hands-On“- und „Hands-Off“-Taten unterteilt.

Bei den „Hands-On“-Taten kommt es zum Körperkontakt zwischen Opfer und Täter.

Unter „Hands-Off“-Handlungen fällt das Vorzeigen pornografischer Materialien bzw. das Herstellen pornografischer Fotos und Filmaufnahmen von Kindern, auch von Erwachsenen ohne deren Einwilligung, Exhibitionismus, Voyeurismus sowie alle weiteren sexuell-intendierten Handlungen ohne körperliche Berührung zwischen Opfer und Täter.

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